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Von der Analyse der Schwachstellen zu einem neuen Orientierungskonzept
In einer Zeit des Wandels vom bürokratischen Sozialstaat in einen sozialen Bürgerstaat sind für Menschen mit geistiger Behinderung gesellschaftliche Teilhabe und ein möglichst hohes Maß an Selbstbestimmung zu gewährleisten. Deshalb erhält Mobilität die Bedeutung einer Leitkompetenz für die selbständige Lebensführung. Die Planung, Implementierung und Evaluation des Reutlinger Orientierungssystem zur Mobilitätserweiterung werden nachfolgend vorgestellt.
Absicht und Ziel dieses System ist es, die Nutzung des Busangebots der Reutlinger Stadtverkehre für alle Menschen zu erleichtern. In diesem inklusiven Anspruch liegt die besondere Bedeutung des Reutlinger Konzeptes. Neu und bisher einzigartig ist dabei, dass in diesem Projekt Verkehrsplaner der Stadt Reutlingen, ein Grafiker sowie Busunternehmer gemeinsam mit Menschen mit Behinderung ein solches Orientierungs- und Leitsystem entwickelt haben. Dies wirkte sich aus auf die Neugestaltung der Haltestellen, der Fahrpläne, die Markierungen und Linienbezeichnungen in und an den Bussen sowie auf die Orientierung am Zentralen Omnibusbahnhof. Menschen mit Lernbeeinträchtigungen wurden dabei zu Experten und Kooperationspartnern. Barrierefreiheit beginnt in unseren Köpfen in dem wir Hürden, Sperren und Erschwernisse als gemeinsame soziale und städtebauliche Aufgabe verstehen und dies bei konkreten Vorhaben auch in den politischen Gremien vertreten und uns an der Realisierung verantwortlich beteiligen.
Seiten 469 - 473
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.VTdigital.de/VT.12.2008.469
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